Wohnwagen für 5-köpfige Familie

Wir sind wie eventuell schon aufgefallen, eine 5-köpfige Familie plus Hund.
Da bei uns das Budget immer sehr knapp bemessen ist, schaut man sich natürlich um. Zelten war eine tolle Erfahrung, gerade auch auf den I.N.C.H. Rucksack bezogen. Dieser konnte zum Teil ausprobiert werden (abgesehen vom Hobo Kocher, dieser war auf dem Campingplatz nicht erlaubt). Fazit es geht, doch Urlaub sieht anders aus! Als Familie wollen wir natürlich nicht Urlaub auf Überlebensniveau machen, sondern entspannen und erholen. Deshalb haben wir uns entschlossen, einen Wohnwagen zu kaufen.

Doch damit fangen die Probleme erst an!

Wir haben einen Dacia Logan mit 75 PS. Keine geborene Zugmaschine, dennoch muss das Fahrzeug reichen. Gut dazu mal in den Fahrzeugschein geschaut. Toll 1300 Kg Anhängegewicht gebremst. Toll dachten wir uns, bis bei Punkt 22 stand: „zul. Zuggesamtgewicht 2650 Kg“.
Was bedeutet aber zul. Zuggesamtgewicht? Es bedeutet nichts anderes, als das es egal ist, wie viele Kgs man ziehen darf, denn der Zug = reales Gewicht Zugfahrzeug + reales Gewicht Anhängelast darf nicht höher als bei uns 2650 Kg haben. So nun sind wir eine Familie bestehend aus 2 Erwachsenen, 3 Kindern und einem Hund. Das heißt allein das Gewicht der Personen und Tiere die Mitfahrer sind, beträgt schon knapp 400 Kg. Denn auch das Zugfahrzeug hat eine Begrenzung von 1740 Kg max. zulässiges Gesamtgewicht.

wohnwagen

Schon scheint der Traum zu schwinden.

Ja in Foren findet man häufig die Aussage, man solle doch auf ein Zugfahrzeug sparen, das die Kriterien erfüllt. Das ist ein toller Rat. Denn genau das ist doch das Problem. Wenn man wartet und spart, bis die gewünschte Zugmaschine in finanzielle Rahmen kommt, dann ist das gar nicht mehr nötig. Denn dann sind die Kinder ggf. zu alt und wollen schon gar nicht mehr mit. Warum auch, Urlaub kannten sie dann eh nur aus Erzählungen von anderen. Diese Ratschläge kommen allerdings häufiger von Menschen die es sich ohnehin leisten können oder erst gar keine nennenswerte Familie haben. Für diese gilt, wenn ich das nicht machen würde, dann kann es auch niemand anderes.




Es geht aber doch!

Natürlich geht es! Man muss nur sehr akkurat sein und Ansprüche runterschrauben, sofern sie vorhanden sind. Denn worum geht es? Es geht um einen Urlaub und in Verbindung mit einem Wohnwagen sogar auch um Wochenenden. Und diese verbringt man in aller Regel in der warmen Jahreszeit. Damit fällt die Heizung aus bzw. muss nur minimal verwendet werden. Das spart allein schon ein gewaltiges Gewicht! Denn man muss keine 11 Kg oder gar 22 Kg Gas mitschleppen. 5 Kg reichen für den Kühlschrank und Kochen vollkommen aus (zumindest für 7 Tage). Sollte der Gasvorrat knapp werden, so kann man europaweit die Gasflasche tauschen oder auffüllen lassen. Ggf. sollte man mit einer Campinggaz 907 also 2,3 Kg Gasflasche, die man auf Reserve mitnehmen kann (an passenden Adapter denken), auf der sicheren Seite sein.

Was fehlt noch?

Als größere Familie fehlt in den kleineren Baureihen der Schlafplatz. Oft ist nur eine große Sitzecke, und eine kleinere vorhanden. Angegeben wird dies mit 3 Schlafplätzen. Doch man kann mehr draus machen. Entfernt man die kleinere Sitzgruppe und baut stattdessen ein Etagenbett ein, kann man die große Sitzecke tagsüber als Essplatz und abends als Elternschlafabteil nutzen. Das ist nicht ganz so einfach, wie es auf den ersten Augenblick wirkt. Denn auch wenn man die kleine Sitzgruppe entfernt so erhöht sich das Gewicht punktuell dennoch sehr stark. Da das Etagenbett auch einiges auf die Waage bringen wird.

Gewichtiges Problem.

Dadurch das bei uns zumindest das Zuggesamtgewicht arg begrenzt ist, heißt das, dass der Wohnwagen so leicht wie möglich im Leerzustand sein darf. Aber auch, weil neben dem Etagenbett, auch ein autark System installiert werden soll. Das Etagenbett wird ca. 45 Kg auf die Waage bringen, der Entfall der Sitzgruppe wird aber vermutlich nur 10-15 Kg Ersparnis bringen. Dazu kommt, dass wir den Wohnwagen auch für Wochenendausflüge nutzen wollen. Das heißt, es gibt dann keinen Strom von einem Campingplatz. Das führt dazu, dass man eine Batterie mitschleppen muss, um die Beleuchtung, USB Geräte und Wasserpumpen versorgen zu können. Da flexible Solaranlagen wenig wiegen, wird das System dann auch per Sonnenkraft nachgeladen. Dennoch allein der Akku wiegt ab 18 Kg aufwärts. Dies schmälert die Nutzlast erheblich. Wichtig ist es daher, die Zuladung so gering wie möglich zu halten. Sprich kein Vorzelt, dafür ein Sonnensegel, statt schwerer Gartenmöbel leichte Camping Sitzgelegenheiten. Wasser in den Tanks während der Fahrt auf ein Minimum beschränken. Reserverad rausschmeißen und dafür ein Pannenkit kaufen (achtet auf das Alter der Reifen, die sollten immer Tip Top in Ordnung sein und nicht alt oder überlagert!). Verzichtet auf ein TV mit SAT System. Wenn ihr Amazon Prime Kunden seid oder Sky Go habt, dann kauft euch ein billiges China Tablet und installiert die Apps dazu. Dann kann man einiges bevor man losfährt als offline Download im Gerät speichern und auch ohne Internet Filmgenuss erleben. Spart auch an Klamotten, man hat eh nur ein paar Stücke, die man immer wieder gern anzieht, also kauft ein Reisewaschmittel und wascht eure Sachen regelmäßig vor Ort. Geschirr nur für die Mitreisenden einpacken, und da auf Kunststoff setzen. Töpfe und Pfannen reichen ein großer und ein kleiner Topf sowie eine mittelgroße Pfanne jeweils aus dem Ein Euro Laden, die sind meist aus Alu oder dünnem Blech und daher sehr leicht.
Wiegt auch unbedingt euren PKW im leeren Zustand auf einer Waage (öffentliche Waage, Schrottplatz oder Ähnlichem). Dann habt ihr den Wert, den ihr als Zuladung nehmen könnt.



Schlechtes Wetter und der Wohnwagen ist zu klein.

Ja schlechtes Wetter lässt einen spüren, wie klein so ein Wohnwagen sein kann. Daher macht euch Gedanken, bevor ihr verreist, was ihr an schlecht Wetter tagen in der Umgebung unternehmen könnt. Sei es ein überdachtes Freizeitbad, Museen, essen gehen, Festivals und was es sonst noch so gibt.

Autark?

Wie zwischenzeitlich erwähnt, möchten wir unseren Wohnwagen auch autark machen. Autark bedeutet, dass er ohne Versorgung von außen eine gewisse Zeit auskommt. Bzw. nicht der Wohnwagen, sondern wir! Dazu benötigt man Strom, Wasser und Abwasser. Strom wird dann über Batterie und solar gewonnen, das reicht um LED Beleuchtung zum leuchten zu bringen, die Wasserpumpen mit Strom zu versorgen und USB Geräte zu laden (Handys und Tablet für das multimediale Erlebnis), gekocht wird über Gas ebenso wird der Kühlschrank über Gas betrieben wird. Sollte es mal kalt werden dann natürlich auch die Heizung über Gas betrieben, je nach Jahreszeit für ein Wochenende also  3 – 11 Kg Gas. LEDs verbrauchen kaum Strom ebenso wie die Wasserpumpen. Daher reicht ein im Verhältnis recht kleiner Akku von 55 Ah. Damit ist es auch bei keiner Nachladung über solar möglich, ein paar Tage autark zu stehen. Wasser kann man entweder in Supermärkten als Mineralwasser nachkaufen oder an Rastplätzen fragen, ob man eine größere Menge haben kann. Ebenso sieht es für das Abwasser aus, dort fragt man am besten an Rasthöfen nach, wenn man eh nachtankt oder etwas kauft, ob man auch das Abwasser entsorgen kann.

Zumindest sind das unsere bisherigen Vorstellungen.

Bald geht es los und wir bekommen unsere Anhängerkupplung, das heißt dann wird aktiv nach einem Wohnwagen Ausschau gehalten, der in unser Budget und Aufgabenprofil passt. Bleibt also dran, es wird sich noch viel ergeben!

Zu guter Letzt!

Ein Wohnwagen kann auch im Survivalfall nützlich sein. Selbst wenn die Straßen gnadenlos zu sind, findet man häufig Möglichkeiten, außen rum zu fahren oder im Zweifelsfall andere Wege zu nutzen. Deshalb haltet eure I.N.C.H. Rucksäcke immer bereit denn im Krisenfall ist es, egal ob ihr 200 Kg überladen seid, lange wird das Domizil eh nicht den Zweck erfüllen. Dennoch ist es für eine begrenzte Zeit angenehmer und komfortabler. Sowie auch Wettergeschützter, als mitten im nirgendwo ein Zelt aufzuschlagen. Steuer und Versicherung, schlagen übrigens kaum zu buche, da ein Wohnwagen als Anhänger zählt, sind es wenige Euro im Jahr Steuer und noch weniger für die Versicherung. Einzig TÜV und Gasprüfung schlagen alle 2 Jahre deutlicher zu Buche (im Verhältnis zu Steuer und Versicherung). Denkt aber auch daran, dass der Wohnwagen entweder auf einem Stellplatz untergestellt werden muss oder auf öffentlichen Straßen spätestens alle 2 Wochen umgestellt werden muss (auf derselben Straße solltet ihr mindestens einen halben Tag den Wohnwagen, wo anders abstellen).

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